WIKI - Informationen zu Glasfaser

Glasfaser bietet viele Vorteile. Diese reichen von besonders hohen Geschwindigkeiten und Bandbreiten bis hin zu geringer Störanfälligkeit. Doch Glasfaser ist nicht gleich Glasfaser. Sowohl bei den Topologien als auch bei den einzelnen Anschlussarten und Steckern gibt es teils entscheidende Unterschiede, auf die es zu achten gilt.
Im Folgenden finden Sie einen Überblick über die wichtigsten Fakten sowie die Vor- und Nachteile der verschiedenen Ansätze.

Die Vorteile von Glasfaser

Weniger störanfällig

Hohe
Leistung

Beste Bandbreite

Umwelt-
freundlicher

Glasfaser-Topologie

FTTH (Fiber to the Home)
Die Datenübertragung erfolgt vollständig über Glasfaserkabel – bis zur Anschlussdose in der Wohnung. Damit ist dies die einzige durchgehende Glasfaserverbindung bis zum Übergabepunkt in der Wohneinheit.

FTTB (Fiber to the Building)
Das Glasfaserkabel reicht bis ins Haus. Auf den letzten Metern kommen vorhandene Kabel zum Einsatz: Telefon- oder Netzwerkkabel. Für FTTB wird beispielsweise g.fast eingesetzt. Die Gegenstelle (DSLAM) wird dabei im Keller aufgestellt und vorhandene Telefonkabel werden bis in die Wohnung gelegt. Alternativ werden auch (insbesondere bei Neubauten) Netzwerkkabel verwendet und in der Wohneinheit mit einer Netzwerkdose abgeschlossen.

FFTS (Fiber to the Street)
Die Glasfaser reicht vom Netz des Internetanbieters bis kurz vor die Liegenschaft. Danach erfolgt die Datenübertragung via Kupferleitungen. Hiermit ist eine Bandbreite von max. 500 MBit/s möglich. In den Gebäuden ist keine Änderung nötig.

FTTC (Fiber to the Curb)
Die Glasfaser reicht vom Netz des Internetanbieters bis zum Verteilerkasten im Quartier. Danach erfolgt die Datenübertragung via Telefonkabel. FTTC ist damit der Überbegriff von verschiedenen DSL-Varianten - in der Regel ist dies heute VDSL oder G.fast.

Ein echter Glasfaseranschluss liegt nur dann vor, wenn die Glasfaser bis in die Wohnung (FTTH) reicht.

Glasfaser Topologien - Punkt-zu-Punkt vs. Punkt-zu-Multipunkt

Bei Glasfaser unterscheiden sich zunächst zwei Topologien - P2P (Punkt zu Punkt, AON, Active, Active Ethernet) und P2MP (Punkt zu Multipunkt, GPON, PON). Hier wird unterschieden, ob der einzelne Anschluss eine direkte Verbindung (P2P) zum Netzbetreiber hat oder ob diese Verbindung mit anderen geteilt wird (Punkt zu Multipunkt, GPON, XGS-PON).

P2P

Bei einer direkten Verbindung zum Netzbetreiber (P2P) terminiert die Leitung des Endkunden direkt beim Netzbetreiber. Jeder Teilnehmer ist damit eindeutig adressierbar.
 

Vorteile:

  • Direkte Verbindung, Bandbreite wird nicht geteilt
  • Robust, andere Geräte können die Leitung nicht stören
  • Einfach einzurichten, Zero Touch möglich

Nachteile:

  • Teu(r)er zu bauen
  • Teu(r)er zu unterhalten (Strom für die aktiven Komponenten, jeder Anschluss hat eine eigene optische Verbindung)

P2MP

Bei einer indirekten Verbindung wird die Verbindung des einzelnen Anschlusses mit anderen Anschlüssen zusammen an einem (passiven, stromlosen) Punkt zusammengeführt und von dort aus zum Netzbetreiber weitergeführt.

Vorteile:

  • Einfach und günstig zu bauen
  • Geringe Unterhaltskosten (passive Komponenten benötigen keinen Strom)

Nachteile:

  • Anfälliger für Störungen
  • Shared Medium (alle Teilnehmer teilen sich die Bandbreite, wie bei DOCSIS)
  • Kundenanschaltung komplizierter (Kunde kann nicht anhand der Leitung erkannt werden)

AON
(Active Optical Network)
AON bezeichnet aktive Glasfaseranschlüsse, bei denen jeder Anschluss eine eigene Glasfaserverbindung zum Netz des Internetanbieters erhält.

GPON
(Gigabit Passive Optical Network)
Bei GPON-Anschlüssen teilen sich mehrere Anschlüsse eine Glasfaseranbindung – dank der hohen Glasfasergeschwindigkeiten sind dennoch grosse Bandbreiten für jeden einzelnen Anschluss verfügbar.

XGS-PON
(10 Gigabit Symmetric Passive Optical Network)
XGS-PON beschleunigt Datenübertragungen in GPON-Infrastrukturen auf Geschwindigkeiten von bis zu 10 GBit/s – optional sowohl in Sende- als auch Empfangsrichtung.


Unterstützte Glasfaser-Standards der FRITZ!Box

  • ITU-T G.652 (AON)
  • ITU-T G.984.2/G.984.5 (GPON)
  • ITU-T G.9807.1 (XGS-PON)

FRITZ!Box Einstellungen AON-, GPON-, XGS-PON

Wenn das entsprechend beschriftete SFP-Modul bei der Installation verwendet wurde, übernimmt die FRITZ!Box automatisch die richtigen Einstellungen.

Die Verbindung zum Netz und die zu verwendende Modulation werden nicht durch das Modul, sondern durch die FRITZ!Box selbst durchgeführt.


Steckerarten:

LC (local connector)
Der LC-Stecker zählt zu den Small-Form-Factor (SFF)-Einzelfasersteckverbindern und ist für Single- und Multimode-Anwendungen verfügbar. Der Spannbügelverschluss muss zum Lösen gedrückt werden.

SC (subscriber connector)
Der SC-Stecker zählt ebenfalls zu den Small-Form-Factor (SFF)-Einzelfaser-Steckverbindern. Sein Push & Pull-Verschlussmechanismus verriegelt sich automatisch beim Einstecken und entriegelt sich beim Abziehen. Der SC-Stecker ist für Single- und Multimode-Anwendungen verfügbar.

Stecker Verschluss­mechanismus Ferrulen­durchmesser Einfüge­dämpfung Faser­anzahl Normung
LC Spannbügelverschluss 1,25 mm 0,2 dB 1 IEC 61754-20
SC Push-Pull-Prinzip 2,50 mm 0,2 – 0,3 dB 1 IEC 874-13 

LC/APC (lucent connector/Angled physical contact)
Die APC-Variante hat einen schräg polierten Ferrulenstirnflächenradius von 8°. APC-Stecker werden vorzugsweise für Singlemode-Kabel verwendet.

FRITZ!Box 5530 Fiber (AON/GPON)

SC/UPC (subscriber connector/ultra physical contact)
UPC Steckverbinder sind vergleichbar mit PC-Steckverbindern, haben aber eine feinpolierte Oberfläche und dadurch weniger Rückrelexion.
 

FRITZ!Box 5530 Fiber (SFP XGS-PON)

SC/PC (subscriber connector/Physical contact)

Gekennzeichnet durch sein Kunststoffgehäuse im rechteckigen Design. Der Push & Pull-Verschlussmechanismus ermöglicht eine schnelle und einfachere Montage.


Schliff der Stecker

Abkürzung Bezeichnung Reflexionsgrad Rückflussdämpfung
PC Physical contact < −30 dB > 30 dB
UPC Ultra physical contact < −50 dB > 50 dB
APC Angled physical contact < −60 dB > 60 dB

PC-Faseranschluss (Physical contact)
Bei Steckern für Lichtwellenleiter (LWL) in PC-Ausführung ist die typische Rückflussdämpfung bei Monomode-Anwendungen höher als die Rückflussdämpfung der ursprünglichen flachen polierten Ausführung.

UPC-Faseranschluss (Ultra physical contact)
Stecker für Lichtwellenleiter (LWL) in UPC-Ausführung verfügen durch ihre bessere Oberflächenbeschaffenheit über eine höhere Rückflussdämpfung als die PC-Ausführung. Jedoch verschlechtert sich ihre Oberflächenbeschaffenheit und damit die Gesamtleistung durch wiederholtes An- und Abkoppeln.

APC-Faseranschluss (Angled Physical Connect)
Stecker für Lichtwellenleiter (LWL) in APC-Ausführung - auch als HRL (high return loss) bezeichnet - haben eine schräg polierte Ferrulen-Stirnfläche. Dadurch wird eine maximale Unterdrückung der Reflexionen erreicht, was zu einer höheren Rückflussdämpfung führt.


FRITZ!Box 5530 Fiber

Die FRITZ!Box 5530 Fiber bietet die komplette FRITZ!Box-Funktionalität am Glasfaseranschluss. Dank austauschbarer Module ist die FRITZ!Box 5530 sehr flexibel an allen gängigen Glasfaseranschlüssen mit bis zu 1.000 MBit/s (AON/GPON/XGS-PON) einsetzbar, Medienkonverter oder vorgeschaltetes Modem sind nicht notwendig. In den integrierten Steckplatz für Glasfasermodule (Transceiver) im SFP-Format lässt sich – je nach Anschlusstyp – das passende Steckmodul einsetzen.

Produktdetails


Weitere technische Informationen

Weitere Informationen finden Sie in unserem Glossar


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